I de Nacht send si cho
Auf zu neuen Ufern...
Ein neuer Stil
Unsere Wahl fiel in diesem Jahr auf ein aktuelles Thema. In der Vergangenheit haben wir uns vor allem im Mittelalter getummelt. Heute nehmen wir ein Thema in Angriff, das aktueller ist denn je: die Andersartigkeit, denn wir alle sind anders.
Ein neuer Regisseur
Unsere vereinseigenen Regisseure und Autoren Benedikt Troxler und Franco Chiappori stehen uns im Moment aus beruflichen und familiären Gründen nicht zur Verfügung. Wir werden deshalb nicht wie gewohnt eine Uraufführung präsentieren, sondern wagen uns an bestehenden Theaterstoff. Wir nutzen die Chance mit einem erfahrenen Regisseur zusammen zu arbeiten. Der in Rothenburg aufgewachsene Ferdinand Ottiger verfügt über lange Theaterpraxis, sei es als Schauspieler, sowie auch als Regisseur. Er kennt unseren Verein und freut sich darauf, mit uns eine spezielle Inszenierung auf die Bühne zu bringen. Das gewählte Stück wurde von ihm überarbeitet. Wir sind gespannt darauf und freuen uns über den bisherigen Probenverlauf.
Das Stück: I de Nacht send si cho...
Die Geschichte ist in wenigen Worten zu erzählen: Eines Nachts ziehen Fahrende in den Steinbruch einer Gemeinde. Schnell sind die Meinungen gemacht und diese werden lautstark vertreten. Die einen finden es spannend, „andersartige“ Leute in der Gemeinde zu haben, die anderen finden es empörend, dass der Gemeinderat nichts unternimmt. Das führt uns denn auch schnell zu Urteilen und Vorurteilen.
Wie aber gehen wir selber mit der „Andersartigkeit“ um? Sind wir so weltoffen und tolerant, wie wir gerne behaupten? Wie fühle ich mich bei den Gedanken, das Unbekannte in unmittelbarer Nähe zu haben? Das Stück regt uns alle zum nachzudenken an. Anders ist nicht schlecht, anders ist einfach anders, neu, interessant, lehrreich, herausfordernd.
Man kann sich Gedanken machen zu den eigenen Werten, Einstellungen, Ansichten. Wer weiss, vielleicht bewegt sich etwas in uns, in unserer Denkweise, in unserer Toleranz und Offenheit.
Das Stück von Ernst Eggimann wurde 1977 in der Rampe in Bern uraufgeführt. Seither liegt es in den Archiven. Das Thema ist aktueller denn je. In diesem Stück sind es die Fahrenden. In unserem Umkreis gibt es jedoch alle Schattierungen der Andersartigkeit. Wir müssen nur die Augen aufmachen, bereit sein, die anderen kennen und verstehen zu lernen. Machen wir einen ersten Schritt, denn … wir alle sind anders.
Worte der Regie
Die Herausforderung ist gross, mit MTM ein Theater zu inszenieren, denn die Vorgaben aus der Vergangenheit sind sehr hoch.
Das ist Ansporn genug, motiviert mit den Spielern zu proben, engagiert nach Lösungen zu suchen, sich vertrauensvoll auf versierte Produktionsleute zu verlassen und Sie, liebe Leser, „gwundrig „ zu machen, was Sie nun tatsächlich erwarten dürfen.
Das Stück setzt sich mit Vorurteilen, gemachten Werten und Meinungen auseinander, wie sie heute überall anzutreffen sind.
Lesen Sie Zeitungen, hören Sie Nachrichten, diskutieren Sie mit Kollegen und Sie werden vieles wieder in irgendeiner Form erkennen. Sind es vielleicht sogar Spiegelbilder von sich selber, die man nicht gern sieht?
Ich will nicht moralisieren, sondern Sie „gluschtig“ machen, den Weg ins Pfarreiheim zu finden und selber ein Urteil zu fällen
Als gebürtiger Rothenburger freue ich mich auf ein „Heimspiel“ und natürlich auch auf Ihre offene Meinung.
Ferdinand Ottiger
