Presseberichte

 


 

Neue Luzerner Zeitung vom 17. April 2012

Drei irrsinnige Physiker lassen das Publikum erschaudern

Theater Die Physiker ROTHENBURG. Das Theater zeigt 50 Jahre nach der Uraufführung «Die Physiker». Die Inszenierung begeistert.

Friedrich Dürrenmatts Physiker gehören zu den Klassikern unter den Schulstoff-Lektüren. Das Thema ist aktueller denn je: Ist Wissen immer Macht? Das MTM-Theater Rothenburg schafft es, die Paradoxie des Stückes hervorragend zum Ausdruck zu bringen. In einem privaten Psychiatrie-Sanatorium unter der Leitung von Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd (Luzia Wicki) werden in kurzer Zeit drei Krankenschwestern umgebracht. Inspektor Voss (Alfons Liner) ermittelt: Was haben die drei Physiker, die hier leben, mit den Morden zu schaffen? Einer bildet sich ein, Albert Einstein (Franco Chiappori) zu sein. Ein zweiter hält sich für Sir Isaac Newton (Thomas Ledergerber). Und Wilhelm Möbius (Christoph von Däniken) hat eine revolutionäre Formel entdeckt, die in den falschen Händen zur Vernichtung der Welt führen könnte.

Leben in Tristesse
Der Zuschauer wird in die Welt einer Nervenheilanstalt eingeführt, die er sich real tunlichst wenig von innen anschauen mag. Der Raum ertrinkt in farblosen Tönen: alles ist beige, weiss, grau. Einzig bewusst platzierte Farbtupfer an den Krankenschwestern - wie ein blauer Gürtel oder eine violette Strumpfhose - zaubern etwas Leben in die Tristesse. Dazu passt die konsequent durchgezogene eiskalte Miene des Fräuleins Dr. Zahnd. Bemerkenswert sind auch die schauspielerischen Leistungen der drei Wissenschaftler. Jeder hat einen anderen Tick und weiss, diesen wirkungsvoll in Szene zu setzen. So kann einem das irre Lachen von «Newton» die Nackenhaare aufstellen lassen. Die zehn Spieler wurden von Brigitte Amrein angeleitet, welche in Rothenburg erstmals Regie führt. Alle zeigen engagiertes und ambitioniertes Schauspiel, was an der Premiere mit minutenlangem Applaus verdankt wurde.

Yvonne Imbach



Zuschauer e-Mail vom 15. April 2012

«Liebes MTM-Theater
Zugegeben, ich bin etwas skeptisch an die gestrige Premiere gekommen. Nicht, dass ich euch die Umsetzung der Dürrenmatt-Komödie nicht zugetraut hätte. Doch im Wissen, wie schwierig solches Sprechtheater ist und dann noch in Mundartübersetzung - die übrigens bestens gelungen ist - liess in mir einige Bedenken aufkommen. Und siehe da, die Überraschung war perfekt. Was von euch geboten wurde, war schlichtweg grossartig.Ein perfektes und adäquates Bühnenbild, die subtile Regieführung durch Brigitte Amrein, hervorragende schauspielerische Leistungen, passende Masken und Kostüme ... Technik ... Musik ... und,und,und... es war Theater pur: keine Effekthascherei, keine Längen, keine Selbstdarstellung. Nun bleibt zu hoffen, dass viele Theaterinteressiere diese Arbeit noch geniessen werden.
Herzlichen Dank!»



DIE REGION vom 5. April 2012

Physiker betreten Theaterboden

ROTHENBURG –Es sind Dürrenmatts «Physiker», die demnächst auf die Bühne des Pfarreiheims kommen. Das MTM Theater hat sich zur Aufführung dieser Komödie entschlossen. Ein Stück, das heute noch aktuelle Perspektiven beinhaltet. Die Premiere ist am 14. April.

MTM Theater setzt seine Theateraktivität mit einem Stück spezieller Prägnanz fort. Der Verein hat sich entschlossen, nicht dem sonst von ihm gepflegten Theaterstil zu folgen. Und er hat damit eine sehr anspruchsvolle Wahl getroffen, Friedrich Dürrenmatts Komödie in zwei Akten einzustudieren. Physik, Erfindungen, Macht und Agentenabsichten schimmern in dieser 1962 erstmals aufgeführten Komödie in eindrücklicher Weise auf. Spannend über die gesamte Spieldauer, denn um den Ausspruch des Physikers Möbius «Physiker, aber unschuldig» ist ein vielfältiger und nachdenklicher Faden nachvollziehbar.

Jetzt auf Bühnenreife
Wunsch und Wahl der Komödie «Die Physiker» war nicht nur Vereinsentscheid. Mit Elan stellte sich nämlich auch die Regisseurin Brigitte Amrein darauf ein. Sie schrieb die schweizerdeutsche Fassung! Und sie sei nahe am Original geblieben, schiebt sie nach. Eintragungen und Ergänzungen in den vergangenen Wochen der Einstudierung haben inzwischen fast ein Dossier von Ordnerdicke erreicht, Mit viel Einfühlungsvermögen und in gepflegtem Dialog mit den Darstellern gibt sie dem Stück die gewünschte Dynamik. Brigitte Amrein sieht ihre Intensionen in den anspruchsvollen Parts von den Darstellern gut umgesetzt. Sie ist erfreut auch über das Gedeihen und den Fortschritt. Jetzt ist der Endspurt zur Bühnenreife in vollem Gange. Details werden laufend noch aufgearbeitet und verbessert. Am 14. April findet die Premiere (20 Uhr) statt. Weiteres verdient neben dem schauspielerischen Fleiss ebenfalls noch Aufmerksamkeit: Bühnenbild, Requisiten, Licht, Ton und Effekte sollen für eine perfekte Produktion mitbestimmend sein.

Di ePhysiker tauschen sich in der Villa desSanatoriums auf ungewöhnliche Weise aus

Kurt Bernhard



DIE REGION vom 26. Januar 2012

Geprobt wird ein Quantensprung

ROTHENBURG – Das MTM Theater hat für die neue Spielzeit Grosses vor. Die Theatertruppe steht mitten im Probebetrieb. Dem Publikum will sie mit Dürrenmatts Komödie «Die Physiker» einen nachhaltigen Auftritt bieten. Mitte April ist Premiere.

Christoph von Däniken, Thomas Ledergerber und Franco Chiappori beim Proben
Christoph von Däniken, Thomas Ledergerber und Franco Chiappori beim Proben

  Seit über 20 Jahren pflegt MTM Theater die Schauspielkunst und setzt sich immer wieder auch bei verschiedenen Gemeinschaftserlebnissen gekonnt in Szene. Über all die Jahre brachte sie vorwiegend Uraufführungen und Eigenproduktionen mit jeweils eigener Regieführung auf die Bühne. Deren Charakteristik führte öfters in mystische oder etwas düstere Sphären. Der Erfolg damit blieb indes nicht aus.

Jetzt der Quantensprung
Nun hat sich MTM Theater für einen «Szenenwechsel» entschieden und einen mutigen Schritt getan. Aus verschiedenen, gemeinsam besprochenen Vorschlägen fiel der Entscheid auf «Die Physiker». Mit dieser Wahl traf MTM Theater auch gleichzeitig eine optimale Besetzung der Regie. Die in Horw wohnhafte Brigitte Amrein zeichnet als Autorin der schweizerdeutschen Fassung und führt die «Physiker» und Laienschauspieler zu einem viel versprechenden Auftritt. Brigitte Amrein ist freischaffende Regisseurin und Schauspielerin (mitunter stand sie schon beim Luzerner Theater auf der Bühne).

Mit Herzblut
Dürrenmatts in zwei Akten geschriebene Komödie «Die Physiker» zählt zu den Klassikern der Moderne. Das vor 50 Jahren uraufgeführte und spannungsgeladene Stück hat seine Aktualität bis in die Gegenwart mehr als nur gewahrt. Das bestätigen nebst der Regisseurin die mit den Hauptrollen betrauten «Physiker» Thomas Ledergerber, Christoph von Däniken und Franco Chiappori (Kilton, Möbius, Einstein). Mit Herzblut sind sie und die weiteren sieben Darsteller dabei und proben seit Herbst wöchentlich zweimal im Lokal des Untergeschosses der Pfarrkirche. Hohe Anforderungen sind gestellt, und diese sind bei einem kürzlich abgehaltenen Probeweekend intensiv perfektioniert worden. Ein Besuch bei der Probenarbeit bestätigt, wie viel Herzblut eingegeben wird. Aufmunternd, mit gezielt eingegebenen Inputs durch die Regisseurin wird auch die persönliche Motivation zusätzlich angeregt und die Spannung in wiederholt durchgespielten Szenerien vertieft.

«Physiker» im Pfarreiheim
Das Pfarreiheim ist für MTM der «Heimatort» ihrer Aufführungen. Denn seit ihrem Bestehen, hervorgegangen aus einer Jugendgruppe und heute gegen 50 aktive Mitglieder zählend, ist sie hier Gast. Und das bleibt auch für die «Physiker» so. Am 14. April findet die Premiere statt. Es folgen weitere fünf Aufführungen. Es wird ein Vorverkauf eingerichtet.

Kurt Bernhard